Kyrillisch (кириллица) ist eine Schriftart, unserer lateinischen Schrift vergleichbar, die nicht nur in Russland sondern – mit leichten regionalspezifischen Abweichungen – zum Beispiel auch im Ukrainischen, Weißrussischen oder Bulgarischen verwendet wird.

Benannt ist die Schrift nach Kyrill, der sie zusammen mit seinem Bruder Method entwickelt haben soll. Hierüber herrscht jedoch eine bis heute ungelöste wissenschaftliche Diskussion. Als gesichert gilt, dass die Brüder im 9. Jahrhundert die sogenannte glagolitische Schrift entwickelten. Die kyrillische Schrift entstand nach heutigem Kenntnisstand allerdings erst Mitte des 10. Jahrhunderts in Ostbulgarien, lange nach dem Ableben der beiden.

Durch den hohen Einfluss der griechischen Kultur auf den bulgarischen Sprachraum finden sich verschiedene griechische Buchstaben im kyrillischen Alphabet. Laute, die im griechischen Alphabet nicht existierten wurden aus der glagolitischen Schrift übernommen.
Es wird angenommen, dass die kyrillische Schrift ursprünglich 43 Zeichen umfasste und erst im Laufe der Jahre durch verschiedene Reformen zunehmend vereinfacht und zuletzt im Jahre 1918 auf 33 Zeichen reduziert wurde. Außerdem wurde die Optik der lateinischen Schrift angepasst.

Seit 2007 ist Bulgarien Teil der EU und Kyrillisch gehört – neben der lateinischen und der griechischen – zu den offiziell verwendeten Schriften in der Europäischen Union. Im Jahre 2013 erfolgte daher auf allen Euro–Scheinen eine Ergänzung der Währungsbezeichnung „Euro“ und des Schriftzuges „EZB“ in kyrillischer Schrift.

 

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