Petersburg liegt im äußersten Nordwesten Russlands – exakt dort, wo die Newa in den Finnischen Meerbusen mündet. In Reichweite der Stadt befinden sich zudem die nordöstliche Landesgrenze Estlands (rund 150 Kilometer entfernt), die Südostgrenze Finnlands (etwa 130 Kilometer) und der als größtes Süßwasserreservoir Europas bekannte Ladogasee (30 Kilometer nördlich).

Millionenstadt Sankt Petersburg – soweit das Auge reicht.

Die Fläche der russischen Metropole umfasst insgesamt rund 1.500 km², davon beachtliche 15 Prozent Wasser. Dies verdeutlicht bereits, welch tragende Rolle das „nasse Element“ im städtischen Leben seit jeher einnimmt.

Denn bedingt dadurch, dass sich Sankt Petersburg im Durchschnitt lediglich 3 bis 5 Meter über dem Meeresspiegel befindet, ist das Stadtgebiet permanent von größeren Überschwemmungen bedroht. Rund 300 Hochwässer sollen es seit Beginn des 18. Jahrhunderts gewesen sein.

Weitaus positiver wirkt sich die Nähe zum Meer dagegen auf das Image Sankt Petersburgs aus. So weckt das wunderschöne Zentrum mit seinen von zahlreichen Kanälen und Brücken durchzogenen Wohnblöcken gerade im Sommer jede Menge Stadtromantik und ein wenig maritimes Lebensgefühl. „Venedig des Nordens“ lautet der fast zwangsläufige Beiname, den man in Sankt Petersburg heute touristisch wirksam hegt und pflegt.

Bekannt ist Sankt Petersburg auch durch seine geographische Lage: Fast genau auf dem 60° Breitengrad gelegen, ist sie die nördlichste Millionenstadt der Welt. Entsprechend arktisch kann das Klima im Winter sein. Bei extrem kurzem Tageslicht steigen die Durchschnittstemperaturen nun nur unwesentlich über -10°C.

Himmel über St. Petersburg im Spätherbst. Die kalten Monate rücken näher.

Anders dagegen die Situation im Sommer, der bei Durchschnittstemperaturen von bis zu 20°C in der Regel sehr angenehm ausfällt. Kollektives Aufblühen nach kalten Wintermonaten. Dennoch der Tipp an alle Besucher: Aufgrund des Seeklimas sind auch zwischen Juni und August abrupte Wetteränderungen stets mit einzuplanen. Verlässliche Vorhersagen sind in Sankt Petersburg vergleichsweise rar gesät.

Garantiert ist hingegen, dass man im Sommer alljährlich Zeuge eines wahren Naturphänomens werden kann. Begünstigt durch die nördliche Lage der Stadt gibt es in Sankt Petersburg zur Zeit der Sonnenwende die weltbekannten „Weißen Nächte“ zu bewundern, eine rund 14-tägige Phase um den 21. Juni herum, in der es auch zu tiefster Nachtzeit nicht vollends dunkel wird.

Nun lässt sich das Leben in den Straßen der Stadt praktisch rund um die Uhr genießen. Viele Cafes, Bars oder Museen haben bis in die frühen Morgenstunden geöffnet; von Touristen und Einheimischen gleichermaßen ausgiebig genutzt. Aber aufgepasst: Einige Stunden Schlaf sollte man sich und seinem Biorhythmus auch jetzt gönnen – Jetlag ansonsten nicht ausgeschlossen.

 

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