Mit der Fähre nach Sankt Petersburg

Die derzeit einzige Linien-Fährverbindung zwischen Deutschland und Sankt Petersburg wird bei Finnlines angeboten. Die unter dem vielversprechenden Begleitnamen "Trans Russia Express" firmierende MS Translubeca pendelt wöchentlich einmal auf der Strecke Lübeck - Sassnitz - Sankt Petersburg.

 

Abfahrt in Lübeck ist samstags um 19.00 Uhr, Zwischenstopp in Sassnitz sonntags gegen 08.00 Uhr. Endstation ist dienstags um 08.00 Uhr in Sankt Petersburg. Wer Hin- und Rückfahrt innerhalb einer Woche gebucht hat, kann sich nun exakt 35 Stunden lang ein Bild von der Metropole machen. Abfahrt Richtung Deutschland ist Mittwochabend 19.00 Uhr. Soweit alles wie erwartet.

 

Nun das eigentlich Interessante an einer Reise mit der MS Translubeca. Das Schiff dient Ihnen - natürlich wahlweise - auch von Dienstag auf Mittwoch als Hotel. Der Vorteil: Sie müssen sich für den Aufenthalt in Petersburg nicht um ein Hotel kümmern und ersparen sich überdies zusätzliches Kofferpacken und weitere Kosten. Der Nachteil: Man sollte sich den Tag relativ gut einteilen. Schließlich liegt der Hafen nicht mitten in der Stadt, spontane Zwischenstopps im Hotel entfallen somit.

 

Sehr außergewöhnlich auf den ersten Blick, aber angesichts der eigentlichen Hauptfunktion des Schiffes durchaus stimmig. Denn: Bei der MS Translubeca handelt es sich nicht um eine Passagierfähre im herkömmlichen Sinne, sondern um einen maritimen LKW- bzw. Frachtentransporter. Entsprechend rustikal bzw. unluxuriös geht es an Bord zu. Es herrscht mehr Alltags- denn ausgesprochene Urlaubsatmosphäre, ohne jedoch störend oder gar bedenklich zu sein. Eben anders, eher etwas für Städtereisende mit Hang zum Alternativen.

 

Ab rund 280 Euro (incl. Auto ab ca. 430 Euro) für die einfache Fahrt bietet Finnlines damit eine echte Alternative zu Bus-, Bahn- und Autoreise. Sicherlich hat die Sache ihren Preis und dauert vergleichsweise lang, aber dafür schafft man einen sehr interessanten - und noch dazu außergewöhnlichen - Kompromiss zwischen Städtetour und Seereise. 

 

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Dass es derzeit nicht noch mehr planmäßige Angebote gibt, liegt vor allem daran, dass verschiedene Anbieter den Fährverkehr zwischen Deutschland und Petersburg erst kürzlich eingestellt haben. Wann und ob sich dies wieder ändern wird, steht derzeit in den Sternen.

 

Auf eine komfortablere Fährvariante kann daher an dieser Stelle nicht verwiesen werden. Es sei denn, man entscheidet sich für eine der zahlreich angebotenen Ostsee-Pauschal-Kreuzfahrten, die neben einer Reihe anderer Städte in der Regel Sankt Petersburg zum Hauptziel haben.